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Großstädte in Deutschland - Cottbus

Cottbus (bis Anfang des 20. Jh. auch Kottbus geschrieben), sorbisch Chos'ebuz, ist eine Stadt im Osten Deutschlands. Sie ist nach der Landeshauptstadt Potsdam die zweitgrößte Stadt sowie eines der vier Oberzentren des Bundeslandes Brandenburg und hat den Status einer kreisfreien Stadt. Nächstgelegene Großstädte sind Dresden, ca. 90 km südwestlich, Zielona Góra, ca. 100 km ostnordöstlich und Berlin, ca. 100 km nordwestlich von Cottbus.

Die Einwohnerzahl der Stadt Cottbus überschritt 1976 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Um diesen Status nicht auf Grund des fortdauernden Bevölkerungsrückganges zu verlieren, werden in regelmäßigen Abständen umliegende Ortschaften eingemeindet.

Geographische Lage

Cottbus liegt an der mittleren Spree zwischen dem Lausitzer Grenzwall im Süden und der Spreewaldniederung im Norden.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Cottbus. Sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden benannt und gehören alle zum Landkreis Spree-Neiße:

Drehnow, Peitz und Teichland (alle Amt Peitz), Haasow, Kathlow, Roggosen, Koppatz und Frauendorf (Amt Neuhausen/Spree), die Stadt Drebkau, Gemeinde Kolkwitz sowie Briesen und Dissen-Striesow (beide Amt Burg/Spreewald)

Wappen und Flagge

  • Wappen: In Silber eine rote Burg mit geschlossenem Tor, zwischen deren Türmen ein silberner Schild mit aufgerichtetem roten Krebs schwebt.
  • Flagge: Rot-Weiß-Rot mit dem Wappen im weißen Feld.

Geschichte

  • 8. Jahrhundert: die westslawischen Lusici, ein Teil des Verbandes der Sorben, siedeln sich an
  • 10. Jahrhundert: Errichtung eines Burgwalls (heute der Gerichtsberg)
  • ab dem 11. Jahrhundert Entwicklung einer Siedlung
  • 1156: erste urkundliche Erwähnung als Marktflecken
  • ab dem 13. Jahrhundert siedeln sich im Rahmen der Ostsiedlung immer mehr Deutsche an
  • ab 1462 Zugehörigkeit zur Mark Brandenburg bzw. später Preußen
  • 18. Jahrhundert: Ansiedlung französischer Hugenotten
  • 1815: Einteilung der preußischen Provinzen in Landkreise, Cottbus Sitz eines Landkreises
  • 1886: Cottbus wird eine kreisfreie Stadt, bleibt aber noch Sitz des Landkreises Cottbus
  • 1952: Nach Auflösung der Länder in der DDR wird Cottbus Sitz des Bezirkes Cottbus (bis 1990)
  • 1993: im Zuge der brandenburgischen Kreisreform wird der Landkreis Cottbus Teil des neu gebildeten Landkreises Spree-Neiße. Die Stadt selbst bleibt kreisfrei.

Die Altstadt von Cottbus strahlt eine sehr angenehme Atmosphäre aus. Zu jeder Jahres- und Tageszeit und bei jedem Wetter fasziniert der auf der UNSECO-Denkmalliste stehende Branitzer Park. Er wurde um 1850 vom Gartenkünstler Fürst Hermann von Pückler-Muskau nach dem Vorbild englischer Landschaftsparks angelegt. Sein Schloß im Branitzer Park birgt eine Dauerausstellung zum Leben und Wirken dieses außergewöhnlichen Mannes, der zu seinen Lebzeiten als Reiseschriftsteller bekannter war als Goethe. Gegenwärtig beeindruckt eine Ausstellung über den Australienforscher Ludwig Leichhardt im Naturkundemuseum Am Amtsteich. Leichhardt, der das Cottbuser Gymnasium besuchte, gilt als der "Humboldt Australiens". Auf seiner letzten Exkursion blieb er verschollen.

Religionen

Die Stadt Cottbus gehörte anfangs zum Bistum Meißen. 1522 wurde ein erster Versuch unternommen, in der Stadt die Reformation einzuführen. Doch gelang es erst Markgraf Johann von Cüstrin 1537. Danach teilte die Stadt die Geschicke des gesamten Landes Brandenburg und war über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. An Kirchen gab es die Oberkirche und die Klosterkirche (Wendische Kirche), die jedoch später ausbrannte und erst 1911 wieder hergestellt wurde. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es ab 1620 auch eine reformierte Gemeinde auf dem Schlosse. 1714 wurde die Schlosskirche erbaut, die 1870 einen Turm erhielt. Bereits 1701 war eine Hugenottenkolonie gegründet worden.

1817 wurden durch den König beide Konfessionen innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche (Unierte Kirche) vereinigt. Somit gehörten die protestantischen Gemeinden von Cottbus zur "Evangelischen Kirche in Preußen" bzw. deren Provinzialkirche Brandenburg, deren Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als "summus episcopus" war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Kreuzkirche, 1911 die Lutherkirche und danach weitere Kirchen. Nach Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Provinzialkirche Brandenburgs Gründungsmitglied der "Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union" und 1947 wurde sie eine selbständige Landeskirche (Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg) mit einem Bischof an der Spitze. 2004 fusionierte die Kirche mit der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die protestantischen Kirchengemeinden von Cottbus gehören - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - zum Kirchenkreis Cottbus innerhalb des gleichnamigen Sprengels, dessen Sitz (Generalsuperintendentur) sich ebenfalls in Cottbus befindet.

Neben den landeskirchlichen Gemeinden gibt es auch mehrere Freikirchen in Cottbus, u.a.. eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-methodistische Kirche, die Biblische Glaubensgemeinde Cottbus e.V. und eine Freie Christliche Gemeinde in Sachsendorf.

Nach Einführung der Reformation gab es in Cottbus nur noch wenige Katholiken, die von den Ordensgeistlichen des Zisterzienserklosters Neuzelle betreut wurden. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde für die Katholiken in Cottbus die Begräbniskirche "Ad Sanctam Portam" (Zur heiligen Pforte) als Fachwerkbau errichtet. Diese Kirche musste aber 1840 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die Zahl der Katholiken in der Stadt vermehrte sich jedoch, so dass diese 1850 wieder den Bau einer eigenen Kirche ("Zum Guten Hirten") erreichen konnten. 1932 wurde die Marienkirche errichtet. Die Pfarrgemeinden gehörten seinerzeit zum Erzbistum Breslau. Als dessen Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Oder-Neiße-Grenze geteilt wurde, bildete der westlich der Neiße bei Deutschland verbliebene Teil des Bistums Breslau das "Erzbischöfliche Amt Görlitz" mit einem Kapitelsvikar als Leiter. Diesem folgte 1971 ein Generalvikar und schließlich 1972 ein Apostolischer Administrator mit dem Titel Bischof. Damit war die formelle Trennung vom Erzbistum Breslau endgültig vollzogen. Am 8. Juli 1994 wurde die Apostolische Administratur Görlitz per Dekret zum Bistum erhoben und der neu errichteten Kirchenprovinz Berlin unterstellt. Die Pfarrgemeinden der Stadt Cottbus gehören somit seit 1994 zum Dekanat Cottbus des Bistums Görlitz.

Politik

An der Spitze der Stadt Cottbus stand wohl schon seit dem 13. Jahrhundert ein Bürgermeister, doch sind nur einige Namen überliefert. Sie fungierten wohl als Sprecher der Bewohner und waren dem Schlossherrn untertan. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert gab es auch einen Rat, der aus Ratsmännern und 4 Bürgermeistern bestand. Später änderte sich die Zahl der Bürgermeister. Seit dem 19. Jahrhundert trug das Stadtoberhaupt meist den Titel "Oberbürgermeister". Der Rat trug dann die Bezeichnung Stadtverordnetenversammlung.

Während der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt und die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Stadtverordnetenversammlung wieder frei gewählt. Sie ist das Hauptorgan der Stadtverwaltung, die zuletzt am 26. Oktober 2003 von den Bürgerinnen und Bürger für eine fünfjährige Zeit gewählt wurde (nächste Kommunalwahl somit 2008). Das Gremium wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung.

Der Oberbürgermeister wird ebenfalls direkt vom Volk gewählt. Bei den letzten Oberbürgermeister-Wahlen am 22. September 2002 konnte sich kein Kandidat der Parteien durchsetzen und es wurde die parteilose Karin Rätzel (früher SPD) gewählt. Die Enttäuschung über die Kommunalpolitik der Parteien führte bei der Kommunalwahl 2003 zu der sehr geringen Wahlbeteiligung von 28,41% (1978: 78,21%) und dem Stimmengewinn der parteilosen Liste AUB.

Wirtschaft

Ansässige Unternehmen

  • ABB Cottbus
  • Carl-Thiem-Klinikum mit Herzzentrum (Weblink (http://www.ctk.de))
  • Deutsche Bahn AG mit Fahrzeuginstandhaltungswerk Cottbus
  • Envia Cottbus
  • Lausitzer Rundschau Verlagsgebäude
  • Vattenfall Europe Cottbus
  • Walter Bau AG, NL Cottbus

Verkehr

Am südlichen Stadtrand von Cottbus führt die Bundesautobahn A 15 vorbei, die am Dreieck Spreewald von der A 13 Dresden-Berlin kommend in Richtung Polen führt. Durch Cottbus führen die Bundesstraßen B 97, B 115 und B 169. Von Cottbus aus führen Bahnlinien in alle Richtungen und zwar nach Lübbenau-Lübben-Berlin, Guben-Frankfurt (Oder), Forst-Sagan (Polen), Spremberg-Weißwasser-Görlitz, Senftenberg-Dresden sowie Calau-Torgau-Leipzig. Der Flugplatz Cottbus ist ein ehemaliger Militärflugplatz und liegt im nordwestlichen Stadtgebiet. Nordöstlich in ca. 25km Entfernung in Richtung Guben befindet sich der Regionalflughafen Cottbus-Drewitz. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Straßenbahnen und Busse der Cottbusverkehr GmbH.

Bildungseinrichtungen

  • Brandenburgische Technische Universität (BTU) (Weblink (http://www.tu-cottbus.de)) - Die Universität wurde 1991 durch das Land Brandenburg gegründet, wobei Teile der ehemaligen Hochschule für Bauwesen eingegliedert wurden.
  • Mögliche Studiengänge: Informatik, Informations- und Medientechnik (IMT), Physik, Mathematik, Wirtschaftsmathematik, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, E-Business, Wirtschaftswissenschaften, Architektur, Stadt- und Regionalplanung, Bauen und Erhalten, Weltkulturerbe Umweltingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Landnutzung und Wasserwirtschaft, Environmental and Resource Management,
  • Fachhochschule Lausitz (Weblink (http://www.fh-lausitz.de)) - Die Fachhochschule wurde 1991 gegründet. Ihr Hauptsitz befindet sich in Senftenberg. Am Standort Cottbus werden die Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen, Musikpädagogik und Sozialarbeit/Sozialpädagogik angeboten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Staatstheater (Weblink (http://www.staatstheater-cottbus.de))
  • TheaterNative C
  • Das Kleine Theater - piccolo
  • Puppenbühne "Regenbogen"

Museen

  • Brandenburgisches Apothekenmuseum (Weblink (http://www.niederlausitzer-apothekenmuseum.de))
  • Brandenburgische Kunstsammlungen
  • Flugplatzmuseum
  • Fürst-Pückler-Museum im Schloss Branitz
  • Museum für Natur und Umwelt
  • Stadtmuseum
  • Wendisches Museum

Landschafts- und Bauarchitektur

Landschaftskunstwerk

  • Fürst-Pückler-Park Branitz mit den zwei Pyramiden (Land-Tumulus und See-Tumulus)
  • Weltliche Bauwerke
  • Jugendstiltheater (Staatstheater) am Schillerplatz
  • Spremberger Turm, das Wahrzeichen der Stadt
  • Cottbuser Wasserturm, begrüßt von der A15 kommende Gäste
  • Altmarkt mit Marktbrunnen
  • Münzturm, Stadtmauer
  • Wendisches Viertel
  • Bauhaus-Schule
  • Neues Rathaus
  • Dieselkraftwerk
  • E-Werk (Wasserkraftwerk)
  • Schlossberg mit Schlossturm (Amtsgericht)
  • Kirchen:
  • Klosterkirche
  • Oberkirche St. Nikolai
  • Schlosskirche

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Eliaspark
  • Spreeauenpark (früheres BUGA-Gelände)
  • Tierpark

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar: Cottbuser Karneval (s.a. Karneval)
  • Mai: Winzerfest auf der Stadtpromenade
  • Juni: Cottbuser Altstadtfest im Zentrum
  • September: Herbstschaustellermarkt auf dem Pressefestgelände
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Ehrenbürger

Die Stadt Cottbus hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (Auflistung chronologisch nach Jahr der Verleihung):

  • Prof. Dr. Carl Thiem, Sanitätsrat
  • 1857: Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Schlossherr auf Branitz und Landschaftsarchitekt
  • 1903: Dr. jur. Richard Eduard Koch, Präsident der Reichsbahndirektoriums
  • 1903: Wilhelm Riedel, Fabrikant
  • 1909: Max Grünebaum, Textilfabrikant
  • 1914: Paul Werner, Oberbürgermeister
  • 1926: Ewald Haase, Feuerwehr
  • 1963: Elisabeth Wolf, Kunstmalerin
  • 1965: Walter Wagner, Arbeiter
  • 1965: Herbert Pohlmann
  • 1965: Alfred Altmann, Arbeiter
  • 1965: Franz Striemann, Arbeiter
  • 1966: Max Fabian
  • 1974: Annemarie Schulz, Arbeiterin
  • 1974: Max Döring, Buchbinder, Oberbürgermeister ab 1945
  • 1976: Franz Noack, Arbeiter
  • 1979: Ferdinand Greiner, Arbeiter
  • 1979: Walter Drangosch, Antiquar und Heimatforscher
  • 1979: Bernhard Pischon, Dreher
  • 1979: Alma Maey, Arbeiterin
  • 1981: Johannes Werner, Handelskaufmann und Komponist
  • 1981: Kurt Kerscht, Arbeiter
  • 1989: Günter Finn
  • 1989: Gertrud Nolte, Mandatsträger Handel
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